Zypern
- Schnittpunkt zwischen Europa und Asien (zumindest dem Orient), geprägt und verflucht durch ebendiesen Umstand bis zum heutigen Tage und momentan wieder aktueller denn je hat dennoch auch ob der unterschiedlichen Besatzer mehr zu bieten als nur Politik. Vielfältiger kann man sich Kunst, Kultur und Geschichte nicht wünschen, dazu allzeit freundliche und ehrliche Menschen und das Vorhandensein all der Standards die ein Mitteleuropäer sich so wünscht. Orangen im WinterAbseits des Trubels und der Hitze des Sommers besuchten wir die Insel im zeitigen Frühjahr, dies hat den Vorteil weniger Touristen und den Nachteil zeitig schließender oder gar ganz geschlossener Museen und Denkmäler. Andererseits reist man in der Vorsaison sehr günstig mit eigenem Mietwagen und preiswerten Hotels. Das Straßennetz mit der von West nach Ost verlaufenden Autobahn ist ausreichend an Verbesserungen besonders zu touristischen Attraktivitäten wird zielstrebig gearbeitet. Hinderlich ist ein wenig die niedrige zugelassene Höchstgeschwindigkeit von 100 Km/H, das ist bei den leeren Straßen doch bissel wie schleichen. Das kommt dem ungewohnten Fahren auf der linken Straßenseite entgegen. Übrigens: Mietwagen sind als solche mit einem roten Nummernschild gekennzeichnet, kann ein Vorteil sein, muß aber nicht ! Dafür ist der Kraftstoff sehr preiswert und damit die Fahrt zur Takstelle (Full Service) ohne Reue ! Basisstation unserer Erkundungen war Paphos im Westen der Insel gelegen, von hier aus gelangt man zügig ins Troodos, hat alle Bereiche der Südküste im Blick und ist auch sehr schnell auf der Akamas - Halbinsel. Andererseits ist es nach Lefkosia (Nikosia) oder nach Agia Napa schon recht weit. Für uns stand jedoch das Wandern und Kultur im Vordergrund und dafür ist Paphos ideal.

Allein an Kultur Archäologisches Park bietet Paphos schon Betätigungen für mehrere Tage mit der Gräbern der Könige , dem Archäologischen Park, dem Hafen mit Kastell, den Kirchen und Moscheen und dem großen Wochenmarkt in der romantischen Altstadt von Paphos. Diese ist im gegensatz zur Neustadt (Touristensiedlung) sehr urban. Sehenswert sind auf alle Fälle der Archäologische Park und die Gräber der Könige. Gräber der Könige Der Eintritt ist moderat, dafür darf man aber auch keine bis ins letzte Detail aufbereiteten Erklärungen der Objekte erwarten, alles macht stets den Eindruck erst im Aufbruch zu moderner Museums-, Denkmalgestaltung zu sein. Die Objekte ansich sind erstaunlich und ungewöhnlich und zeugen von der langen und großartigen Geschichte der Insel und den kulturellen und zumeist technischen Neuerungen die mit neuen Eroberern ins Land kamen. Da sind zum Beispiel griechische Mosaike in schwarzweiß, Neuere aus der römischen Zeit sind dagegen farbig gestaltet. Mosaik im Arch. Park Und überall findet man Bezug zur griechischen Mythologie, Athene, Aphordite, Zeus und Adonis sind so allgegenwärtig. Ein muß ist die liebevoll restaurierte Altstadt von Paphos mit dem Wochenmarkt, nicht die Seite für die Touristen nein die ursprüngliche ist die Interessante, mit Fleischhauern (in des Wortes wahren Sinne !), Fischverkäufern und einem überquellenden Angebot an Obst, Gemüse, Getreide und Nüssen. Anbei befindet sich auch eine türkische verlassene Moschee, Punkte wie diesen, mit einem "go back to reality" findet man auf Zypern allenthalben. Zu stark ist das Land von den Ereignissen von 1974 geprägt und leidet diese schöne Insel am Altersstarrsinn einiger türkischer Politiker!

Kloster Agios NeofytosKykkosZypern ist reich an Klostern, die Religion lebt im Land. Grund dafür ist auch die massgebliche Rolle der Kirche bei der Befreiung des Landes. Heute ist es möglich tagsüber fast alle Klöster zu besichtigen, die Geschichte kennenzulernen oder Produkte und Erzeugnisse des Kloster zu erwerben (Wein, Honig, Gemälde). In Kykkos werden zudem Pilgerer, Radfahrer oder auch Wander kostenlos zur Übernachtung eingeladen. Oberhalb des Klostern befindet sich, von der zypriotischen Armee bewacht, die Grabstätte des hochverehrten Bischofs Makarios.

Westlich von Polis erstreckt sich die Akamas Halbinsel,bei Aphrodites Pool hier findet sich noch unberührte und intakte Natur, durchzogen von Wanderwegen und Biketrails und noch nicht touristisch mißbraucht. Dieser Teil der Insel lädt ein zum Wandern, ausspannen, baden oder resten. Negativ aufgefallen sind mir jedoch die Unmassen an alter Munition, welche die britischen Besatzer hier in ihrem ehemaligen Testgelände zurückliesen. Wunderschön ist jedoch eine Wanderung zur Westspitze der Insel vorbei an romantische Buchten Akrotirio Arnaoutis (Westkap) wie man sie sonst wohl nur noch an der kanadischen Westküste findet, mannigfaltigen Wäldern und vielen wilden Ziegen. Am Ausgangspunkt zur Erkundung der Akamas Halbinsel findet man auch das Bad der Aphrodite, der Sage nach badete die Göttin hier nach den Vergnügungen mit Adonis, leider gibt der Pool im Winter / Frühjahr nicht allzuviel her, interessanter ist da schon der alte Mann am Parkplatz mit seinen Apfelsinen. Dieser scheint zum Ort zu gehören wie das Bad selbst, er ist das Orginal am Platz!Bad der Aphrodite

Im Inselinneren erhebt sich das Troodos - Gebirge bis auf Höhen vion annähernd 2000m, traumhafte Strassen verbinden die einzelnen Regionen des Gebirges, mit sensationellen Ausblicken, Wanderwegen und natürlich Klöstern! Im Februar liegt oberhalb 1800m permanent Schnee, sodaß auch auf Zypern Skifahren möglich ist, jedoch ist die Anlage nicht mit Mitteleuropa zu vergleichen. Leider ist das Gipfelplateau des Olymp vollständig in der Hand der britischen und zypriotischen Armee. Sollte die Insel einmal ihren Frieden finden wird man vom Gipfel bis nach Libanon und die Türkei schauen können. auf dem Olymp (1923m)Skifahren am Olymp Unterhalb des Gipfels erstreckt sich ein großes Wegenetz mit Lagerplätzen und idylisch gelegenen kleine Ausflugsorten. Hier oben ist es auch im Sommer angenehm frisch, sodaß hier das ganze Jahr Trubel ist. Weniger sehenswert sind die überall gepriesenen Wasserfälle, sie sind m. E. eher für die Kurztripbustouristen gedacht!
Westlich vom Olymp befindet sich noch unberührte Berlandschaft mit spektakulären Strassen (Achtung: Gerölllawinen). der Olympauf dem Tripylos (1362m) Unterhalb des Tripolis gibt es sogar noch ein ganzen Tal mit Zedern. Diese werden schon seit Jahrtausenden für den Schiffbau verwand, sodaß der Bestand auf Zypern stark geschrumpft ist, und folgerichtig die wenigen Bestände geschützt werden. Leider kommt man zum Ausgangspunkt des Zederntales nur über eine unbefestigte Straße, andererseits werden so die Touristenscharen abgehalten ! Erwähnenswert sind die versteckt im Gebirge liegenden Scheunendachkirchen, bestehnd aus mehreren unterschiedlichen Kirchen unter einem Dach. leider gelang es uns nicht eine dem Besucher zugänliche zu finden. Tripolis Nature Reserve (Zederntal)

Der Küstenstreifen Zyperns war und ist immer der zuerst besiedelte Bereich gewesen, nicht verwunderlich ist es deshalb gerade hier viele Zeugnisse vergangener Epochen zu finden. KurionViele dieser Stätten befinden sich zwischen Lemosos und Paphos, aber auch im Norden der Insel sind große Ruinenfelder freigelgt worden. Die meisten der Ruinen werden momentan zielstrebig zu gut dokumentierten, behindertengerechten Museen ausgebaut bzw. den Touristen zugänglich gemacht..Petra tou Romiou

Petra tou Romiou, hier soll der Sage nach ein Steinewerfen stattgefunden haben - schönes Fotomotiv Apollon - Hylates Heiligtum
Zentral im Inselinneren gelegen befindet sich Nikosia / Lefkosia, die Hauptstadt Zyperns. Nirgendwo wird der Wahnsinn der Trennung der Völker deutlicher den in dieser Stadt. Mitten durch die Stadt sind hier griechische und türkische Zyprioten getrennt durch ein 100m breiten Ruinengürtel und Stachedraht, bewaffneten Posten, Schießscharten und Sandsäcken; kontrolliert und zum friedlichen Miteinander durch das wirkungsvolle Arbeiten der UNO gezwungen. Beeindruckend die Unterschiede zwischen altem Stadtzentrum und der Neustadt, da wird zum eine Geschichte noch gelebt und auf der andren Seite sprudelt das pulsierende Laben einer Großstadt. Erwähnenswert auch das Archäologische Museeum mit einer Sammlung antiker Fundstücke. BischofssitzFazit: Zypern ist immer eine Reise wert, egal zu welcher Jahreszeit, die Menschen sind freundlich, die Infrastruktur stimmt, es ist einfach Urlaub. Eine Gefahr besteht jedoch. Es gibt Tendenzen ein zweites Mallorca zu schaffen, dies sollte auf jeden Fall verhindert werden ... !CP Charlie II




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